Günter Frost, ein Baßposaunist aus Berlin erfand cà 1982 die B/C-Posaune mit
dem Wunsch, eine leichte, vollwertige Tenorposaune in B für Schüler zu entwickeln. Dabei bedachte er, daß Kinder aufgrund ihrer Größe nicht immer die 6. und 7. Zugposition erreichen und daß eine Tenorposaune mit Quartventil, mit der Möglichkeit die 6. und 7. Position mit dem Ventil zu erreichen, für Kinder zu schwer ist.
Die B/C-Posaune ist gleichsam eine Tenorposaune in B mit einem abschaltbaren Sekundventil, so daß man nach Betätigung desselben eine Naturtonscala in C zur Verfügung hat. Die Idee der Erhöhung des Grundtones bietet enorme Einsatzmöglichkeiten auch als Profiinstrument im Einsatz im Orchester.
Anmerkung für Posaunisten: Man denke an die neugeschaffenen Möglichkeiten des dritten Ventilnaturtones 'g' (Hilfszüge vom kleinen f an abwärts). Weitere Informationen bei Firma "Max und Heinrich Thein", Hersteller von Blechblasinstrumenten, 28203 Bremen, Rembertiring 40, auch im Internet: http://www.thein-brass.de.
Die Posaune (ital., engl.= trombone) gehört zu den Blechblasinstrumenten. Sie ist ein Instrument mit geradem zylindrischem zweimal u-förmig gebogenem Rohr, konischem Schallstück und Mundstück.
Der Zug besteht aus zwei geraden parallelen, am unteren Ende mit einem u-förmigen Rohrstück verbundenen Röhren, die über zwei nicht verbundene Röhren geschoben werden. Somit kann man die Länge der schwingenden Luftsäule stufenlos verlängern. Auf dem Zug sind 7 Lagen, daß heißt, man kann durch entsprechendes Ausziehen bei gleicher Lippenspannung 7 Halbtöne erzeugen. Durch Variieren der Lippenspannung werden unterschiedliche Töne (12 und mehr) bei gleicher Rohr- oder Luftsäulenlänge erzeugt. Durch geschickte Kombination von Lippenspannung und Rohrlänge sind sämtliche Töne einer chromatischen Tonleiter und darüber hinaus auch die in der modernen Literatur verlangten Glissandis (Schleifer) und Vierteltöne möglich.
Zur Geschichte der Posaune
Die Posaune gehört zu den ältesten Instrumenten. Mit den Posaunen von Jerichow, die Mauern zum Einstürzen brachten, werden diese Instrumente schon in der Bibel erwähnt. Die Vorfahren wurden aus Bambus oder Holz gebaut und waren durchgängig gerade. Man nennt das auch tubaförmig, wobei das nichts mit der heutigen Baßtuba zu tun hat. Diese Tuben wurden als Kriegs- und Tempelinstrumente in Ägypten, Griechenland, Palästina und Rom eingesetzt, hier allerdings schon als lange Metallröhren mit noch relativ kleinem Schallstück. Sie waren der herrschenden Klasse, den Priestern und Fürsten vorbehalten. Den niederen Klassen war nur das Krummhorn gestattet. Somit war die Tube kein Handelsgegenstand. Sie war eine kostbare Trophäe im Glaubenskampf.
Aus dem altfranzösischen Namen Buisine wurde das mittelhochdeutsche Wort Busine, neuhochdeutsch Busaune und schließlich Posaune.
Im 14. Jahrhundert wurde die Tube gewunden, erst S-förmig später immer schlanker bis zur Form mit 2 U-Stücken. Im 15. Jahrhundert wurde dann der Zug erfunden.
Die kunstgeschichtlichen Epochen wie Gotik und Renaissance gaben der Posaune ihr Aussehen. In der Gotik ein schlankes kleines Schallstück, in der Renaissance immer ausladender. Hier spielt aber auch der Zweck eine große Rolle. Der Einsatz in der Kirche zusammen mit dem Chor und den anderen Instrumenten erforderte keine große Lautstärke. Schlanke Instrumente mit einem kleinen Schallstück erfüllen diese Forderungen.
Das 16. Jahrhundert brachte ganze Instrumentenfamilien hervor. So auch eine Posaunenfamilie, die aus der heute nicht mehr gebräuchlichen Sopran- oder Diskantposaune, der Altposaune, der Tenorposaune und Baßposaune besteht. Später kam noch die Kontrabaßposaune hinzu. Da es zu dieser Zeit noch keine Ventile gab, wurde der Baßposaune eine Zugverlängerung in Form eines Schwengels gegeben, da die Armlänge nicht mehr ausreichte. Es gab auch Versuche mit Doppelzügen, die sich aber nicht durchsetzen konnten.
Statt dessen wurden später Ventile eingebaut. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang die Ventilposaune bleiben.
Die Tuba ist ein Bügelhorn in Baßlage und gehört zu den Blechblasinstrumenten. Es hat eine länglich gewundene Form mit einem etwa 4 Meter langen konischen Rohr, daß in einen nach oben gerichteten Schalltrichter mündet. Sie hat 4-6 Ventile. Die mit den Lippen erzeugten Schwingungen versetzen die Luftsäule innerhalb des Instrumentes in Schwingungen. Die Tonhöhe ergibt sich aus der Länge der Luftsäule, also aus der Länge des Instrumentes. Diese wird durch variable Rohrlängen mit Hilfe der Ventile verkürzt oder verlängert.
Geschichte der Tuba
Die Tuba gehört zu den Ventilsignalhörnern. Der Stammvater der Hörner ist das Tierhorn mit einem konischen Verlauf und einer gewissen Biegung. Es hat einen vollen, dunklen aber glanzlos stumpfen Ton. Durch die ungleiche Bohrung und das anfangs fehlende Mundstück konnten keine reinen Töne erzeugt werden. Es diente darum bis in das Mittelalter nur zur Zeichengebung bei Jägern, Hirten und Wächtern.
Später wurden diese Tierhörner mit Metall überzogen und schließlich ganz aus Metall gefertigt. Die allmähliche Vergrößerung führte zu einer weiteren Krümmung und im 14.Jahrhundert schließlich zum Einrollen der Röhre. Diese Instrumente zählt man zu den Naturhörnern.
Eine andere Gruppe sind die Grifflochhörner. Ausgehend von den Tierhörnern entwickelte man durch Durchbohren der Wand der Hörner Instrumente mit mehr als den herkömmlichen Naturtönen. Von den Fingern abgedeckt, bleiben die Löcher unwirksam, geöffnet bieten sie dem Luftstrom einen Ausgang vor Erreichen der eigentlichen Länge der Röhre. Die somit verkürzte Luftsäule schwingt schneller und bringt so einen höheren Ton hervor. Allerdings ersetzt ein Loch nicht eine bestimmte Länge einer Röhre. Die Erzeugung der Töne ist viel komplizierter und so erklärt es sich das unvollkommene unsaubere Klangbild dieser Instrumente. Beispiele dafür sind die Zinken. Verschieden groß gebaute Instrumente führten zu einer ganzen Familie bis hinunter zum Kontrabaßzink, der aber auf Grund
seiner Form Serpent "Schlange" genannt wurde.
Ausgehend vom Serpent hat ein Orchestermusiker dem Instrument die Form eines Fagottes und den Namen Baßhorn gegeben. Veränderungen an den Löchern führten zum chromatischen (also alle 12 Halbtöne spielenden) Baßhorn. Dzu war es notwendig, Klappen zum Abdecken der Löcher zu verwenden, da die Abstände der Löcher bzw. ihre Größe ein Abdecken mit den Fingern unmöglich machte. So entstanden die Klappenhörner. Die Familienbildung brachte hier ein Baßinstrument hervor, daß schnell eine angesehene Stellung im Militärorchester errang und auch im Opernorchester Verwendung fand, die Ophicleide (griech.=Schlangenbaß).
Die Erfindung der Ventile kam auch den Signalhörnern zugute. Sie brachten aber eine Vermischung von der konischen Röhre des Instrumentes mit zylindrischen Röhren (Verlängerungen zur Erzeugung anderer nicht auf der Naturtonreihe basierender Töne) mit sich. So entstand das Kornett, das Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn und Baryton. Nicht unerwähnt bleiben soll die Wagnertube oder Waldhorntuba, die von Richard Wagner 1870 im Ring des Nibelungen im Orchester eingeführt wurde. Sie unterscheiden sich in Größe und Mensur. Während Kornett und Flügelhorn der Trompete ähnlich sind, haben Alt-Tenorhorn und Baryton mehr Hornform. Der größte Unterschied besteht in der konischen Bauform der Hörner zur zylindrischen der Trompeten.
1835 erfand W.Wieprecht das wichtigste Baßinstrument dieser Familie: die Baßtuba.
Zur Notwendigkeit der Erfindung eines tiefen, voll kingenden Baßinstruments beschreibt wohl am besten ein Zitat aus der Erfindungsbeschreibung vom 09.08.1835 des Berliners Wilhelm Wieprecht als "Königlich Preußischer Kammermusicus und Akademischer Künstler".
"Die chromatische Baß-Tuba besitzt
- die Eigenthümlichkeit, daß jedes, bis jetzt existierendes Blase-Instrument in seinem Umfange von derselben übertroffen wird, indem die sämtlichen Holz- und Blech-Instrumente nur einen Umfang von 2, 3 bis höchstens 3 und eine halbe, die Baßtuba hingegen 4 reine Oktaven durch die chromatische Scala, und zwar vom eingestrichenen, bis zum Contra C, zurückgerechnet.
...Schon seit 10 Jahren arbeite ich in dem Gebiet der Militairmusik, und empfand daher wohl am schmerzlichsten das Bedürfnis eines wirklichen Contra-Baß-Blasinstruments. Alle Baß-Blasinstrumente als 1) das englische Baßhorn, 2) der Serpente, (beide in einem Umfange von höchstens 2 1/2 Octaven brauchbar, und zwar vom kleinen G bis zum großen C zurück) und 3) die Baß-Posaune (in einem Umfange von 3 Octaven und zwar vom eingestrichenen c bis zum großen C zurück,) konnten den fehlenden Baß nicht ersetzen, welchen die Harmoniemusik nöthig bedurfte. Den Beweis, daß dieses Bedürfnis in allen Ländern empfunden wurde, liefert die Erfindung der Ophikleide. Obgleich diese nur 1 1/2 Ton tiefer als das englische Baßhorn und der Serpente zurückschreiten kann, so wurde dennoch dieses Instrument in allen Ländern als ein erlangter Vortheil aufgenommen; hieraus ginge nun hervor, wie wichtig und vortheilhaft die Erfindung der chromatischen Baß-Tuba, welche 8ve tiefer als der Serpente und das englische Baßhorn, und 6 Töne tiefer als die Ophikleide zurück steigen kann, und dennoch die hohen Töne dieser drei genannten Instrumente beibehalten worden sind, für die Tonkunst ist. ..."
- Zeichnet sich die Baß-Tuba, vermöge ihres eigenthümlichen Röhren- und Schallstück-Baues in der Stärke, Fülle und Schönheit des Tones vor allen übrigen Blech-Instrumenten aus, so wie auch anderseits auf derselben das größte Piano hervorgebracht werden kann.